Generiere Digitalen Mehrwert - erhalte und vermehre ihn, generiere Synergien
Wodurch entsteht Digitaler Mehrwert?
Durch vorausschauende Ordnung und Konzepte im Projekt. Nicht nur an den Auftraggeber denken, sondern auch an die Nachnutzer. Nicht selten ist man selbst ein Nachnutzer. Nicht die Schönheit in den Vordergrund stellen, sondern die Funktionalität.
Ein einfaches Beispiel:
In einer gelieferten AutoCAD-Zeichnung stehen neben 2D-Punkten Höhentexte, mit Hand eingetippt, positioniert und mit Führungslinien versehen. Der Nachnutzer setzt 3D-Punkte auf den Ort der Originalpunkte und gibt ihnen die z-Höhe aus dem Text. Diese Punkte lässt er mit ihrer Höhe beschriften. Sieht auf dem Papier gleich aus, die zweite Variante ist aber nützlicher und hat einen digitalen Mehrwert weil digital weiter verwendbar. Verbundene 3D-Punkte werden zu 3D-Konstruktionskanten. Aus diesen lassen sich Oberflächen modellieren, die wiederum von Maschinen zur Geländeformung genutzt werden können. Am 4.12.2018 life demonstriert auf einem BIM-Frühstück vor Vertretern des Baugewerbes und der Bauwirtschaft
Seit ich mit der CAD arbeite (und immer auch als mein eigener Zeichner), versuche ich, digitalen Mehrwert zu erzeugen und für mich, meinen Auftragggeber und die Kollegen zu nutzen. Über die Jahre mit mehr als hundert Projekten gab es Erkenntnisse, die ich gelegentlich als geschriebenen Text formulierte. Einige sind Fragmente geblieben, weil z.B. erst einmal nur der Frust raus musste - half mir aber trotzdem.
Hier in chronologischer Reihenfolge einige dieser Texte und weitere aus dem Kontext.
Tachymetrische Aufmaße
2000 versuchte ich der örtlichen Bauüberwachung ein tachymetrisches Aufmaß schmackhaft zu machen. Der Bestandsplan war ja eh mit dem Tachymeter aufgemessen und digital als DWG vorhanden. Hat nicht geklappt. Der Bauwart sollte rollern und Aktenmeter mit Handzeichnungen waren viel schöner als geplottete Pläne.
2003 Whitepaper von autodesk zu BIM
Hab ich damals interessiert gelesen und fand das Konzept schlüssig. Anlass war die Markteinführung von Revit, mit dem ich damals nichts am Hut hatte, weil reiner Hochbau. Hier aber als Beginn einer Epoche mit zitiert. Mit der Lizensierung der Autodesk "InfraStructure Design Suite Premium" stand ab 2007 auch Revit zur Verfügung. Ab 2019 bearbeitete ich damit einige kleine Aufträge für einen Spielplatzbauer.
2003 Whitepaper von autodesk zu Civil 3D
Ich arbeitete seit 2000 mit dem Vorgänger Land Desktop und setzte ab 2005 Civil 3D als integrierte Lösung für den Tiefbau ein. Hier war alles integriert und dynamisch miteinander verknüpft, was man für den Tief- und Straßenbau brauchte.
2004 CAD Artefakte
Nach etlichen Baustellen mit diversen Unterlagen unterschiedlichster Planer schälten sich Muster heraus, die uns (und vermutlich auch anderen) die Nachnutzung der digitalen Unterlagen erschwerten. Deshalb hier eine etwas "Schulmeister"-hafte Belehrung. Erwähnenswert die 3D-Bemaßung eines 3D-Modells auf Seite 5. Im Fußtext steht 1004 - sollte wohl 2004 heißen ...
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CAD-Artefakte-tib2004.pdfNach Wirth kommt Topcon
Jahrelang waren die Gradersteuerungen der Fa. Wirth Stand der Technik. Diese orientierten sich mit Tachymeter, die ca. ab der Jahrtausendwende ihre Ziele (Spiegel am Grader) automatisch verfolgen konnten. Die Solldaten für die Steuerung wurden als 2 3D-Linienzüge aufbereitet, mit denen der Steuerrechner bilinear interpolierte. Das war schlank und geschmeidig und notfalls als reine ASCII-Datei auf Diskette übermittelbar. Die neueren Steuerrechner wollten digitalle Geländemodelle, d.h. die Repräsentation einer Oberfläche durch eine Dreiecksvermaschung. Damit musste zwingend ein CAD-Programm mit der entsprechenden Funktionalität für die Vorbereitung eingesetzt werden. Die allersten Modelle habe ich aber tatsächlich "von Hand" mit 3dfaces gezeichnet.
2005 Modelltest mit GPS-Raupe
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2006-CAE im Straßenbau .pdf2006-Wünsche zu den digitalen Planunterlagen im Straßenbau
Jede Baustelle beginnt mit einem digitalen Zwilling im Rahmen der Unterlagen, derer man habhaft werden kann. Der "rechte" Weg lief über den AG. Zum Teil hatten wir aber Probleme, überhaupt digital nutzbare Unterlagen zu bekommen. Ich erinnere mich an eine Brücke, deren DWG-Pläne wir nicht bekommen sollten, weil ja der AG das Urheberrecht daran hatte ...
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2006-Wünsche zu den digitalen Planunterlagen im Straßenbau.pdf2009 Schachtdaten aus mehrzeilig zu einzeilig
Oftmals (meistens?) bekommt man Daten nicht in dem gewünschten Format. Man muss nehmen, was man bekommt. Hier ein Beispiel, wie man sich aus einem relativ exotischen Format (sicher nicht für den Autor der Daten) eine leichter weiter verwendbare Tabelle bastelt. Dabei wird aus einer mehrzeiligen Tabelle mit mit vielen Daten eine einzeilige Tabelle mit den gewünschten Daten erzeugt. Diese wiederum ist Quelldatei für viele Ziele wie Kartierung, GPS-Rover, Bagger, Tachymeter, KMZ-Datei (Google Earth), Navi usw. Letzteres war unsere Rettung auf einer 10km-Baustelle mit knapp 400 Schächten. Die wurden als POI aufs Navi geladen und das navigierte uns zuverlässig zu jedem gewünschten Schacht ...
das Video aus 2009
Hier die Dateien zum Download
2015 Der "Stufenplan Digitales Planen und Bauen" erscheint
Das BMVI setzt sich anspruchsvolle Ziele. Nach dem Whitepaper von autodesk gibt es eine evolutionäre Entwicklung von CAD über Object CAD zu BIM. Und da stellte sich mir die Frage: Wenn wir noch nicht einmal das einfache CAD im Griff haben, wie sollen wir dann BIM meistern? Wir müssen erst einmal ausmisten. Sauber konstruieren, nicht malen, redundanzfrei strukturieren, widerspruchsfrei zeichnen sind u.a. die Voraussetzungen für Modelle, mit denen man vernünftig weiter arbeiten kann.
Hier der Download (Kopie)
2015_bmvi_stufenplan-digitales-bauen.pdfBIM-Frühstücke bei Fraunhofers
2018 - 2020 lud Fraunhofer mit der Ingenieurkammer zu einigen BIM-Frühstücken ein. In diesem Umfeld regten die Veranstalter einen Vortrag an, den ich als Impulsvortrag "Beitrag der Digitalisierung zur Produktivität in der Baubranche" hielt.
10.Mai 2025 Die Mühen der digitalen Ebenen im Straßenbau
Nach nunmehr 5 Jahren endlich online hier mein Vortrag zur Building Life 2020. Der Kongress sollte eigentlich am 13.Mai 2020 im Berliner Kosmos stattfinden, fiel aber wegen Corona aus. Ich hatte mich sehr auf Vorträge, neue Bekanntschaften und Diskussionen gefreut. Die einzige mir bekannte Wortmeldung unten in der Galerie als Screenshot. Der Kollege lobte meinen Vortrag als "beste(n)", den er bislang persönlich zum Thema BIM gehört hat. Nur kommt in meinem Vortrag "BIM" garnicht vor ;-) Aber ich fühlte mich verstanden. Dafür Danke! Auch Danke an Jürgen Winkler, mit dem ich ein gutes Verhältnis und das Gefühl hatte, wir könnten noch mehr miteinander auf den Weg bringen.
Vortrag als PDF zum Download (Kopie)
Die Mühen der digitalen Ebenen im Straßenbau - 200414-1144.pdfDie Digitalisierung hat uns im Griff
Anfängliche Überlegungen zu einer "RE digital"
Hier der Download (Kopie)
2021 Die digitale Straßenbaustelle.pdfThe Long And Winding Road
Die Achse ist das geometrische Rückgrat einer Straße. Schwer zu erklären, dass ein 3-dimensionales Achsbündel der optimale Ausgangspunkt für einen digitalen Zwilling (so hieß das bei uns, bevor die restliche Welt diesen Begriff für das "as built"-Modell okkupierte) einer Straße ist.
Im Januar 2023 verfasst und an die BIM Protagonisten der LSBB/Arbeitsgruppe geschickt.
Keine Fragen, kein Widerspruch, keine Diskussion, keine Reaktion
Hier der Download
230717_BIM-Straßenbau-Diskussionsbeitrag_tib_250115-1610.pdfEine Mail von mir an Kollegen vom 29.10.2025
Hallo Kollegen,
Anlässlich 10 Jahre Stufenplan Digitales Planen und Bauen erschien eine Sonderausgabe des “BIM MAGAZIN”.
Es gibt viel Optimismus suggerierende ”teils” und “noch”.
Auf Seite 28 der schreibt Dr. Jan Tulke
"Ebenso wichtig ist die Verlagerung des Schwerpunkts von der Planung hin zum Bau und Betrieb: In der Planungsphase ist BIM auf dem Weg sich zu etablieren – nun geht es darum, die Methode konsequent in die Bauausführung und den Betrieb zu überführen. Mit zuverlässigen Modelldaten können künftig automatisierte Prozesse, etwa durch Roboter oder Maschinen, umgesetzt werden – ein echtes Innovationspotenzial.”
2005 entstanden meine ersten 3D-Modelle für die Baumaschinensteuerung. 2015, als der Stufenplan erschien, war diese Art des Bauens Standard in allen großen Straßenbaubetrieben. Diese brauchte und braucht niemand mehr zu überzeugen. Koordinaten, 3D-Designlinien, DGMs können für den Tiefbau auf Raupe, Bagger, Grader, Walze, Fertiger, Rover geladen werden, aber nicht als IFC. Das sind praktisch nutzbare BIMe von unten.
Was meint Dr.Tulke also mit “künftig"?
Was meist fehlt, sind auf kurzem Weg verwertbare Daten vom Planer. Darum hätte sich BIM von oben kümmern können und sollen.
Statt dessen Dr.Ing. Thomas Liebich auf Seite 18:
"Heute sind wir immer noch nicht am Ziel, BIM ist noch nicht auf allen Ebenen öffentlicher und privater Auftraggeber angekommen. Teils sind Vorgaben noch zu theoretisch, viele kennen „100+ Seiten AIA“ oder „1000+ Excelreihen LOIN“ und fragen sich, wer dies mit welchem Mehrwert nutzen kann. Oft ist die BIM-Einführung ein Top-Down Unternehmen, in dem der direkt verantwortlichen Ebene der Projektleiter nicht die notwendige Unterstützung gewidmet wird, aber dort treffen die konkreten Herausforderungen im harten Projektalltag auf noch unklare Vorteile in Bezug auf Risikominimierung und Qualitätssicherung. Mittlerweile funktioniert „BIM ist tot“ als Clickbait."
Warum haben wir BIM von unten nicht als Basis für eine pragmatische und sinnvolle Weiterentwicklung genutzt? Warum geschichts- und erfahrungsloses Top Down mit für den Tiefbau nur eingeschränkt nutzbarem IFC-Zwang statt Bottom Up?
Es gibt eine Top Down BIM-Welt und eine, in der gemacht wird, was gebraucht wird …
Ein evtl. an verschiedenen Stellen einschränkend angebrachtes “m.E.” spare ich mir - ist alles nur ungefragte Meinung eines Beteiligten.
Freundliche Grüße
Bruno Timme
Reaktionen
Stand Mai 2026: Von bekannten Protagonisten Zustimmung, von bekannten Antagonisten keine. Ein indirektes Angebot von planen bauen 4.0 zur unentgeltlichen Mitarbeit für die fachliche Pflegestelle zum BIM-Portal. Das ist mir aber wahrscheinlich schon mehrere Stufen zu weit. Ich habe zugestimmt und außer einer CC eines Empfehlungsschreibens bisher keine Reaktion.